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Die Begriffe, die Schritte und die Grenzen — an einer Stelle. Wer wissen will, was ApexForst nicht kann, findet das ebenso hier wie das Glossar.

Glossar

Die Wörter, die in ApexForst vorkommen — in der Reihenfolge, in der sie einem begegnen, nicht alphabetisch.

Fläche

Der Umriss, für den gerechnet wird. Er bestimmt das Bundesland, das Koordinatensystem und damit, welche offenen Höhendaten in Frage kommen. Eine Fläche kann gezeichnet, als GeoJSON oder GeoPackage hochgeladen oder über ein Flurstück gefunden werden.

DOM — digitales Oberflächenmodell

Die Höhe der obersten Oberfläche über Normalnull: Baumkronen, Dächer, Boden, wo nichts steht. Aus einer Drohnenbefliegung entsteht es beim Rechnen der Bilder; die Länder liefern es als Rasterdatei.

DGM — digitales Geländemodell

Die Höhe des Bodens über Normalnull, ohne Bewuchs und Gebäude. Amtlich, meist aus Laserscanning, in Deutschland flächendeckend mit 1 m Auflösung.

nDOM — normalisiertes Oberflächenmodell

DOM minus DGM, vom Land bereits gerechnet: die Höhe über Grund. Wo ein Land ein nDOM anbietet, ist das der genauere Weg, weil Höhe und Gelände aus demselben Bildflug stammen.

CHM — Kronenhöhenmodell

Dasselbe wie das nDOM, nur als Zwischenergebnis in der Rechnung: Höhe über Grund, aus der die Wipfel und Kronen bestimmt werden.

Umkehrmodus

Auswertung ohne Baumregister: ApexForst sucht die Wipfel selbst und vergibt laufende Nummern. Ergebnis sind Höhen und Bestandeskennzahlen — aber keine Zeitreihe je Baum, weil ein Wipfel im nächsten Jahr eine andere Nummer bekommen kann.

Baumregister

Ein GeoPackage mit den Stammpunkten der Bäume, meist aus einer früheren Aufnahme. Damit bekommt jeder Baum eine stabile Nummer, und aus zwei Läufen wird ein Zuwachs je Baum.

Herkunftsschild

Die Tabelle über jedem Ergebnis: woher die Höhen kommen, wann aufgenommen wurde, in welcher Auflösung, unter welcher Lizenz. Ohne Herkunftsschild gibt es kein Ergebnis — auch nicht in der Datei, auch nicht im PDF.

Unsicherheit

Die Angabe hinter jeder Höhe, zum Beispiel „± 0,4 m". Sie sagt, wie weit die Zahl daneben liegen kann. Ohne sie lässt sich nicht unterscheiden, ob ein Zuwachs echt ist oder Messrauschen.

Nachweisgrenze

Der kleinste Zuwachs, der bei der vorliegenden Unsicherheit überhaupt nachweisbar ist. Kleinere Unterschiede werden nicht als Zuwachs ausgewiesen, sondern als „nicht unterscheidbar".

RTK

Ein Verfahren, mit dem eine Drohne ihre Position auf wenige Zentimeter genau kennt. Ohne RTK kann der Höhenbezug eines Fluges um mehrere Meter daneben liegen; ApexForst erkennt das und setzt die Flug-Ampel entsprechend.

Fallzone

Der Kreis um einen Baum mit dem Radius seiner Höhe (mal einem Faktor, den die Organisation einstellt). Trifft dieser Kreis einen Weg oder ein Gebäude, ist der Baum für die Verkehrssicherung von Bedeutung.

Kreuzkluppung

Zwei Durchmessermessungen im rechten Winkel zueinander, deren Mittel den Brusthöhendurchmesser ergibt. Die Feldmaske fragt beide Werte ab.

Oberhöhe h100

Die mittlere Höhe der 100 stärksten Bäume je Hektar — die übliche Kennzahl für die Wuchsleistung eines Bestandes.

Bonität

Die Ertragsklasse eines Bestandes, abgeleitet aus Oberhöhe und Alter. Sie sagt, wie gut der Standort für diese Baumart ist.

Was ApexForst nicht ist

Diese Seite ist genauso wichtig wie die Liste der Leistungen. Wer die Grenzen kennt, benutzt das Werkzeug richtig.

Keine Baumkontrolle

ApexForst ersetzt nicht die Inaugenscheinnahme durch eine sachkundige Person und ist keine Baumkontrolle im Sinne der FLL-Baumkontrollrichtlinien. Was entsteht, ist eine begründete Reihenfolge für die Begehung: welcher Baum mit seiner Fallzone überhaupt einen Weg erreicht und wo sich etwas verändert hat. Dieser Satz steht im Code, in der Anwendung, auf jeder Seite des Protokolls und in den Nutzungsbedingungen.

Keine Aussage über die Standsicherheit

Aus der Luft ist nicht zu sehen, ob ein Stamm faul ist. Höhe, Kronenzustand und Veränderung sind Hinweise, keine Diagnose. Pilzbefall, Wurzelschäden und Stammfäule erkennt nur die Begehung.

Keine Baumart-Bestimmung

Wo eine Baumart im Ergebnis steht, stammt sie aus Ihrem Register oder aus Ihrer Eingabe. ApexForst leitet sie nicht aus dem Bild ab.

Kein Ersatz für die Forsteinrichtung

Die Bestandeskennzahlen sind eine Zuarbeit: Oberhöhe, Stammzahl, Bonität aus Höhe und Alter. Die forstliche Planung, die Behandlung und die Nutzungsplanung macht die Forsteinrichtung.

Keine Einzelbäume unter drei Metern

In Landesdaten mit 20 cm Auflösung sind Jungwuchs und eng stehende Kronen nicht sicher voneinander zu trennen. Sie erscheinen als Bestand, nicht als Einzelbäume. Für die Verkehrssicherung reicht das; für die Verjüngungsplanung nicht.

Keine Zeitreihe ohne Register

Ohne Baumregister vergibt ApexForst laufende Nummern. Die kann derselbe Baum im nächsten Jahr anders bekommen. Zuwachs je Baum gibt es nur mit stabilen Nummern — also mit Register.

Kein Vergleich über verschiedene Quellen hinweg

Ein Drohnenflug mit 1,5 cm und ein Landesdatensatz mit 20 cm messen unterschiedlich. ApexForst rechnet daraus keinen Zuwachs, sondern schreibt „nicht vergleichbar" hin. Das ist kein Fehler, sondern die ehrliche Antwort.

Der geführte Ablauf, Schritt für Schritt

Sechs Schritte. Jeder prüft auf dem Server, ob er vollständig ist — der nächste öffnet sich erst danach. Zurück ist immer erlaubt und verwirft nichts.

1 — Fläche

Eine bestehende Fläche wählen oder eine neue anlegen. Die Fläche bestimmt das Bundesland, das Koordinatensystem und damit das Kachelraster der Landesdaten. Ohne Fläche gibt es keine Landesdaten; für einen eigenen Flug ist sie freiwillig, weil das Oberflächenmodell den Ausschnitt schon festlegt.

2 — Datenquelle

Vier Kacheln. Jede sagt vorher, ob sie für diese Fläche und Ihren Tarif verfügbar ist und was sie kostet:

  • Landesdaten — die offenen Höhendaten Ihres Landes. Kostenlos, kein Upload.
  • Eigener Flug, fertiges DOM — Ihr Oberflächenmodell als GeoTIFF.
  • Eigener Flug, Rohbilder — die Bilder werden zum Oberflächenmodell gerechnet.
  • Vorhandene Daten erneut auswerten — ein früherer Lauf als Quelle, mit

anderem Register oder anderen Parametern. Kostet kein Kontingent.

Nicht verfügbare Kacheln bleiben sichtbar und nennen den Grund.

3 — Eingaben

Je nach Weg andere Pflichtfelder. Ganz oben steht die Weiche, die über das Ergebnis entscheidet: mit oder ohne Baumregister. Jede hochgeladene Datei wird sofort geprüft — Treiber, Koordinatensystem, Auflösung, und beim Register auch, ob die Bäume überhaupt im Oberflächenmodell liegen. Was hier rot ist, sperrt den Weiter-Knopf; sonst würde später ein Lauf abbrechen, der Zeit und Kontingent gekostet hat.

Bei Landesdaten ist statt des Flugdatums ein Stichdatum anzugeben: der Stand, den die Auswertung dokumentieren soll. Das tatsächliche Aufnahmefenster kommt von den Kacheln und steht daneben.

4 — Prüfung

Alles auf einer Seite, bevor Zeit oder Geld ausgegeben wird: das Herkunftsschild und eine Prüfliste mit Kontingent, Kachellage, bekannten Grenzen und geschätzter Dauer. Ist ein Punkt rot, ist „Rechnung starten" gesperrt und der Punkt erklärt, was zu tun ist.

5 — Rechnen

Der Lauf läuft auf dem Rechenknoten. Die Seite darf geschlossen werden; wenn er fertig ist, kommt eine Mail. Der Fortschritt steht über der Karte.

6 — Ergebnis

Kronenkarte, Kennzahlen, Downloads für QGIS und QField — und der Knopf für das Verkehrssicherungs-Protokoll.

Feldmaske und QField

Feldmaske im Browser

Die Feldmaske läuft auf dem Telefon, auch ohne Netz. Sie zeigt die Bäume nach Entfernung sortiert, fragt sieben Felder ab und nimmt Fotos und gemessene Höhen auf. Was ohne Verbindung erfasst wird, liegt im Gerät und geht hoch, sobald wieder Netz da ist.

Sieben Felder je Baum: Zustand der Krone, Totholzanteil, Stammschäden, Kreuzkluppung (zwei Durchmesser), gemessene Höhe, Befund, Foto.

Referenzhöhen

Fünfzehn bis zwanzig im Gelände gemessene Höhen, gut über die Fläche verteilt, verbessern das Ergebnis deutlich: ApexForst rechnet daraus den Höhenversatz des Fluges heraus und gibt eine belastbare Unsicherheit an. Ohne Referenzhöhen gilt ein Ersatzwert, der bewusst großzügig ist.

QField-Paket

Ein fertiges QGIS-Projekt mit Formularen, Register und Kronenkarte, offline nutzbar. Die Rückgabe wird eingelesen und mit dem Register abgeglichen; wo sich Werte widersprechen, entscheidet die Feldaufnahme.

Warum die Kluppung im rechten Winkel

Stämme sind nicht rund. Zwei Messungen im rechten Winkel zueinander und ihr Mittel treffen den Durchmesser deutlich besser als eine einzelne Messung.

Häufige Fragen aus Verwaltungen

Brauchen wir eine Ausschreibung?

Der kostenlose Einstieg mit Landesdaten braucht keinen Vertrag. Für die kostenpflichtigen Tarife gelten die üblichen Wertgrenzen Ihrer Vergabeordnung; bei Bedarf stellen wir eine Leistungsbeschreibung und ein Angebot bereit, das sich als Direktauftrag abbilden lässt.

Wo liegen unsere Daten?

Auf einem Server in Deutschland. Wo ein Objektspeicher genutzt wird, liegt er in der EU und ist verschlüsselt. Welche Daten wofür verarbeitet werden, steht in der Datenschutzerklärung — sie wird aus dem Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten erzeugt und nicht frei formuliert.

Brauchen wir einen Auftragsverarbeitungsvertrag?

Ja, sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden — das sind hier vor allem die Konten Ihrer Mitarbeitenden. Ein Vertragsentwurf nach Artikel 28 DSGVO liegt bereit und nennt alle Unterauftragsverarbeiter.

Was passiert bei einer Kündigung?

Alle Daten lassen sich jederzeit vollständig exportieren: Ergebnisse als GeoPackage, Messungen als CSV, Berichte als PDF, Kontodaten als JSON. Nach der Kündigung bleiben die Daten 30 Tage abrufbar, danach werden sie gelöscht. Rechnungen und Protokolle bleiben aufbewahrungspflichtig erhalten.

Wer haftet, wenn ein Baum fällt?

Sie. ApexForst ist ein Werkzeug zur Vorsortierung und ersetzt keine Baumkontrolle. Das Protokoll dokumentiert, auf welcher Datengrundlage und mit welchem Ergebnis vorsortiert wurde — und ist damit ein Nachweis dafür, dass systematisch vorgegangen wurde, nicht dafür, dass ein Baum sicher war.

Ist künstliche Intelligenz im Spiel?

Die Erkennung der Kronen ist Bildverarbeitung mit nachvollziehbaren Regeln, keine KI. Eine zusätzliche Plausibilitätsprüfung durch ein Sprachmodell ist abgeschaltet, bis eine Organisation sie ausdrücklich einschaltet; übertragen werden dann nur Kennzahlen und Baumnummern, keine Koordinaten, keine Namen, keine Fotos.

Wie aktuell sind die Landesdaten?

Das hängt vom Land ab und steht je Kachel im Herkunftsschild. Die Bildflugzyklen liegen meist bei drei Jahren. Wer aktuellere Zahlen braucht, fliegt selbst.

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